International Society for Jazz Research

Charlie Christian

And The Role of Formulas in Jazz Improvisation

Eine ganze Reihe von jüngst erschienenen analytischen Abhandlungen über Jazzimprovisation konzentriert sich auf den Gebrauch von Formulae, einschließlich Howard Springs Artikel über Charlie Christian in Band 22 dieses Jahrbuches. Die meisten dieser Studien präsentiert ein inkomplettes Bild darüber, wie Formulae arbeiten, da sie (1) es versäumen, auf den Hintergrund der Formulae – gebräuchliche Patterns – entsprechend einzugehen oder (2) nicht in genügendem Maße die stilistischen Traditionen und Konventionen miteinbeziehen, innerhalb welcher sich der Musiker befindet. Mit dem ersten der genannten Punkte beschäftigt sich der vorliegende Aufsatz, indem er aufzeigt, daß es drei zugrundeliegende Fingerpositionen sind, auf welchen der Großteil von Christians Formulae basiert. Formulae werden gemäß der ihnen zugrundeliegenden Fingerposition zusammengefaßt und in bezug auf die charakteristischen Melodiebewegungen, welche sich aus der jeweiligen Fingerposition ergeben, diskutiert. In der Behandlung des zweiten Punktes betrachtet der Autor Christians Formulae im Kontext der Southwestern blues tradition der 30er Jahre und des in Erscheinung tretenden Bebop-Stils der frühen 40er Jahre. Es wird versucht, den Bezug von Christians Stil sowohl zur Tradition als auch zum modernen Jazz aufzuzeigen. Abschließend werden zwei von Christians Soli einer formulaischen Analyse unterzogen, bei welcher der Zusammenhang zwischen Fingerpositionen und Formulae demonstriert wird.