The Present Boom in Jazz Education
– a Trap for Creativity?
Einwände gegen den Aufschwung der institutionalisierten Jazzpädagogik als "Falle für Kreativität" sind dann berechtigt, wenn junge Menschen ausschließlich auf konventionelle Muster des "modernen Jazz" in der Bebop-Nachfolge festgenagelt werden, auf die "wahre Art" (Warenart?) des "real jazz", unter Ausschluß der Stilmittel der neueren improvisierten Musik seit etwa 1960. Vertreten wird eine offene Pädagogik ohne Dogmen einer normativen Ästhetik, wobei die Beherrschung traditioneller Ausdrucksmittel aus musikalischen wie auch aus überlebensstrategischen Gründen als selbstverständlich vorausgesetzt wird. Hingewiesen wird auf fünf Autoren, die in ihrer pädagogischen Intention über die Vermittlung von formalisiertem Basis-Wissen hinausgehen. Besondere Beachtung könnte (immer noch) George Russell finden, der mit seinem lydischen Gedankengebäude über die Musik seiner Zeit hinausragt, und Roger T. Dean mit seiner kenntnisreichen Aufarbeitung der "freieren" improvisierten Musik, hauptsächlich europäischer Provenienz.