Bill Evans – the First Trio
Die Tradition des Solopianisten sowie des kleinen Ensembles aus einem Piano und einer Rhythmusgruppe ist in der Jazzgeschichte lange etabliert. Von den 30er Jahren an war der Pianist stets die beherrschende Musikerfigur einer solchen Gruppe, seine Mitspieler waren fast ausschließlich Begleiter. Bill Evans hat diese Rollenverteilung in seinen Trios verändert und zu einem kollektiven Rollenspiel auf dialogisierender Basis umgestaltet.
Seine Karriere begann in den 50er Jahren als Mitglied des Jerry Wald Orchesters und mehrerer Jerry Wald Ensembles sowie als Sideman von Charlie Mingus, Cannonball Adderley, Tony Scott, George Russell, Dick Garcia, Don Elliot und Miles Davis, mit denen er zahlreiche Aufnahmen machte. Zur gleichen Zeit studierte er auch Musikgeschichte und Musiktheorie, wobei er insbesondere seine Erfahrungen in der Reharmonisationstechnik entwickelte.
1956 erschienen seine Riverside-Aufnahmen "New Jazz Conceptions," und von da an leitete er ein eigenes Trio-Ensemble, in welchem er seine Ideen des kollektiven Zusammenspiels auf der Basis des Nach-Bebopstils zu verwirklichen trachtete. Sein idealer Arbeitspartner wurde 1959 Scott LaFaro. Mit ihm als Bassisten und Paul Motian als Drummer entstanden bis 1961 die klassischen Aufnahmen des "ersten" Bill Evans Trios: "Portrait in Jazz", "Explorations", "The Village Vanguard Sessions".