International Society for Jazz Research

Stylistic Environment

and the Scat Singing Styles of Ella Fitzgerald and Sarah Vaughan

Scat-Gesang spielt im Jazz eine Rolle mindestens seit Louis Armstrong im Jahre 1925 "Heebie Jeebies" aufgenommen hat. Ella Fitzgerald und Sarah Vaughan sind zwei Jazz-Sängerinnen, die ebenfalls reichlich Gebrauch vom Scat-Gesang machen. Ella Fitzgerald hat diesen Brauch bereits in der Swing-Ära begonnen und in der Bebop-Ära fortgesetzt, Sarah Vaughan hat Scat-Gesang in der Cool-Jazz-Ära und in der Hardbop-Periode benutzt. Beide Sängerinnen verwenden bei dieser Gesangstechnik Anregungen und Elemente aus dem Instrumentalstil der umgebenden Musiker.

Zur Begründung seiner These führt der Autor in die Analyse der Vokal- und Konsonantenbildung der Phonetik ein. Dort lokalisiert er die wichtigen vokalischen und konsonentischen Ausdrucksmittel der beiden Sängerinnen. Gleichzeitig führt er diese per Analogie auf musikalische Stilmittel repräsentativer Jazzmusiker zurück. Mit einer Serie von Transkriptionen erfolgreicher Scat-Nummern aus dem Repertoire beider Sängerinnen, u. a. "How High the Moon", "Lullaby of Birdland", wird die individuelle Eigenart jeder Künstlerin festgemacht, werden Entwicklungen ihres Stils aufgezeigt, werden auch die strukturellen Konzepte für ihre "klassischen" Scat-Versionen aufgezeigt.

Ein derart begründeter analytischer Ansatz legt nicht nur die Tatsache einer Art Eigenentwicklung des Scat-Gesangs innerhalb der Jazzgeschichte frei; er vermag auch Hinweise auf Instrumentaltechniken zu geben, die von Scat-Sängern in überhöhter oder komprimierter Form herausgehoben werden und für die stilistische Feinstruktur ganzer Jazzperioden indikativ sind.