Bix Beiderbecke: Jazz Pianist
Die Piano-Soli von Bix Beiderbecke in "Big Boy" und "Wringin' an' Twistin"' sind aus mehreren Gründen interessant. Sie benutzen die übliche Paraphrasierungstechnik, bei welcher die Originaltöne der Melodie entweder rhythmisch oder tonlich verändert werden. Beiderbecke macht in beiden Fällen vor allem von rhythmischen Veränderungen Gebrauch, indem er Töne vorweg- oder hinterher eintreten läßt oder sie verlängert bzw. verkürzt. Bei "Wringin' an' Twistin"' verwendet er außerdem rhythmisches Material aus der Originalmelodie. Melodisch sind beide Soli gekennzeichnet durch erheblichen Gebrauch von Tonwiederholungen aus der Originalmelodie, durch Einfügung von Blues-Tonalität, durch Oktavversetzungen aufwärts, abwärts und deren Umkehrungen.
Beide Soli enthalten aufeinander bezogene Phrasen. Das betrifft "Wringin' an' Twistin"' mehr als "Big Boy!"; auch sind die Phrasen in "Wringin'" länger und regelmäßiger. In beiden Fällen wird mehr mit rhythmischen Motiven gearbeitet als mit tonalen, und diese sind gelegentlich der Originalmelodie entnommen.
In beiden Solo-Improvisationen gibt es Ansätze zu harmonischer Erweiterung, wobei diese in "Big Boy!" durch die Melodielinie vorgegeben ist. "Wringin' an' Twistin "' ist interessant durch mehrere "moderne" harmonische Durchgangspassagen, welche mehr an seine Piano-Kompositionen erinnern als an seine Jazz-Improvisationen.
Beide Improvisationen zeigen auch deutliche Ansätze zu motivischer Arbeit, wenngleich diese auch nicht als durchgehend angenommen werden kann. Beiderbeckes Piano-Soli und seine Kornett-Improvisationen zeigen deutlich einen einheitlichen Stil.