International Society for Jazz Research

Why Blacks Sing Blues

Cedar Grove and Durham, North Carolina in the 1930s

Der Blues ist eine bedeutende Schöpfung der afro-amerikanischen Musik. Seine Themen und Inhalte zeigen, daß er seinen Schöpfern hauptsächlich zur Lösung innerer Spannungen dient. Der Blues entstand gegen Ende des vorigen Jahrhunderts, teilweise als Reaktion gegen Rassismus, und der Autor dieses Artikels stellt sich die Frage, ob dieser Rassismus auch heute noch einen Hauptgrund dafür darstellt, daß schwarze Amerikaner weiterhin Blues singen.

Eine Antwort auf diese Frage wird in zwei Gemeinden Nord-Karolinas in den dreißiger Jahren gesucht. Durham, ein Zentrum der Tabakindustrie, besaß in diesen Jahren eine starke Bluestradition. Cedar Grove, ganz in der Nähe, hatte eine ältere Tradition von Square Dance mit String Band Musik unter den Schwarzen.

Der Vergleich beider musikalischer Traditionen zeigt, daß der Rassismus in der Tat ein Grund für die Schwarzen war, Blues zu singen. Aber mehr noch als Rassismus, fühlten sie den Druck des städtischen Lebens auf sich lasten, sowie die davon hervorgerufene soziale Desorientierung. Beides sind weitere Gründe für ihre vorzugsweise Hinneigung zum Bluesgenre, wozu als letzter Punkt auch noch die allgemeine Popularität des Blues unter den Schwarzen der dreißiger Jahre kommt.