The Development of Guitar Music in Kenya
Die Entstehung neuer Musikformen in Afrika ist verknüpft mit der Bildung neuer Ortschaften, Bevölkerungsverschiebung, Verstädterung und der Ausbreitung moderner Technik. Ebenso verbunden damit ist die Benützung der Gitarre und anderer moderner Musikinstrumente. Das Studium dieser Musik in Ost- und Zentralafrika beginnt mit einem Aufsatz von David Rycroft über die Musik von Mwenda Jean Bosco. Er datiert deren Entstehung auf die Zeit um 1945. Außerdem legt er einige Auffassungen über das Zustandekommen sowie die Ausbreitung dieser Musik fest. Einer weiteren Annahme zufolge, daß die Gitarre alte afrikanische Zupf- und Saiteninstrumente substituiert habe, müßte sich die neue Musik in Kenia von Westen her verbreitet haben.
Der Autor widerlegt mehrere dieser Thesen durch eigene Untersuchungen. Er belegt die Entstehung neuer Musikformen in Kenia im Umland von Mombasa im Gefolge von Kirchen- und Schulmusik schon in den zwanziger Jahren und entdeckt auf diese Weise die "erste Generation" kenianischer Gitarrenspieler. Als zweite Quelle nennt er den mit großen Blaskapellen operierenden Beni-Tanz aus der gleichen Periode, bei dessen Niedergang kleinere Instrumentalgruppen mit Akkordeon und Gitarren entstanden. Diese wurden im Gefolge des Zweiten Weltkrieges zu den eigentlichen Trägern der neotraditionellen Musik Kenias. So gesehen hat diese Musik ihren Anfang im Osten von Kenia genommen und sich in umgekehrter Richtung ausgebreitet, wie bisher angenommen.