Towards an Understanding of Scales in Jazz
Skalen fungieren im Jazz 1. als eine Anordnung von hauptsächlich Nicht- Harmonietönen in Verbindung mit einem gegebenen Akkord (linear), 2. als eine Form zur Bildung von Akkord-Erweiterungen (vertikal), 3. als eine Form zur Darstellung tonaler Beziehungen eines gegebenen Akkordes oder einer Akkordfolge; im besonderen bilden Skalen-Stufen den Ausgangspunkt für Grundtöne und Dreiklangsbeschaffenheiten der meisten in struktureller Hinsicht bedeutenden Akkorde im Bereich einer Tonart (diatonisch) und 4. als eine alternative Methode der tonalen Gestaltung zu Akkorden (modal). Ausgehend davon, daß im Rahmen von vertikalen Strukturen (auf Terzen basierend) Erweiterungen, die funktionelle Konfusionen hervorrufen (conflicting extensions), zu vermeiden sind, wird die Vermeidung von sog. "adjacent half-steps" (nebeneinanderliegende Halbtonschritte) postuliert. Eine Computer-Untersuchung von Skalen ohne "adjacent half-steps" hat u. a. ergeben, daß Skalen mit mehr als acht Tönen für vertikale Erweiterungen im tonalen Jazz nicht bedeutend sind.